Geistliches Wort

Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde
Timmendorfer Strand

Timmendorfer Kirchenbote
Juli / August 2018 / Nr. 326

Brücken-Gedanken

Brücken sind eigentlich dazu da, etwas miteinander zu verbinden. Aber es gibt Brücken, die enden im Nichts. Zum Beispiel die Timmendorfer Seebrücke.
Sicher, am Ende dieser Brücke ist eine Anlegestelle für Ausflugsdampfer. Aber die allermeisten Brückengeher wollen zu keinem Schiff. Sie gehen die Brücke bis zum Ende, verweilen ein wenig und gehen wieder zurück. Das ist ein ziemlich altmodisches Geschehen. Alle schlendern. Niemand joggt. Sie gucken nach unten, aber selten auf das Handy, sondern eher auf das Wasser, das durch die Holzplanken glitzert. Übers Wasser gehen. Alte, Junge, Kinder, Schicke, Dicke, Kinderwägen, Rollstühle, Hunde, alle sind sie unterwegs. Seebrücken sind ein demokratisches Vergnügen, das keinen Eintritt kostet. Am Ende lehnen sich die Spaziergänger an die Brüstung, sehen in die Weite, gucken nach Fischen und viele lächeln dabei. Das Ufer ist ein wenig entrückt. Der Horizont ist weit. Aufatmen. Einatmen. Ein Ort zum Innehalten und frei sein. Dem Himmel und dem Wasser nah.

Herzliche Segenswünsche
Ihre Strandpastorin Katharina Gralla