Geistliches Wort

Auf ins Tiefe!

Das Bild ist selten geworden: Fischer, die am Strand ihre Netze waschen. Das herauspulen, was dort nicht hingehört, die Netze säubern und flicken. Fast schon ein romantisches Urlaubsbild. Hast du die Fischer da am Strand gesehen mit Ihren Netzen? Gleich mal ein Foto machen.

Das ist es, was Fischer tun: Fischen und den nächsten Fang vorbereiten. Ganz gleich, ob was gefangen wurde oder nicht. Eine notwendige Tätigkeit, die nur einem Ziel dient: die nächsten Fänge vorzubereiten. Romantisch ist dabei eigentlich nichts. Besonders, wenn die Netze leer bleiben.

Im Lukasevangelium begegnet Jesus Fischern, die die Netze waschen, nachdem sie nichts gefangen haben. Sie sollen nochmal losfahren, zu ungewohnter Zeit und an einen Ort, an den sie auf keinen Fall wollen: ins Tiefe. Dorthin, wo die Angst sitzt, dorthin wo ihre Netze nicht funktionieren, dorthin wo sie noch nie waren.

Und genau dort wartet das Wunder: Im Tiefen. Nicht an Land, nicht im Gewohnten und seit Generationen Eingeübten, nicht im romantischen Handwerk. Im Tiefen wartet das Wunder: auf uns, auf unsere Gemeinde und Kirche. Auf ins Tiefe! Wo das wohl ist?

Bleiben Sie behütet,

Ihr Pastor Karsten Wolkenhauer